Prämierung

 

Prämierung 

 

DIE PRÄMIERUNGSVERANSTALTUNG 

Die Prämierung war für viele Ideengebende das Highlight einer tiefgreifenden Auseinandersetzung mit der Thematik Prävention und Gesundheitsförderung in stationären Pflegeeinrichtungen. Aus ganz Deutschland reisten die 20 Finalistinnen und Finalisten zur Veranstaltung nach Berlin. Neben Vertretenden der Mitgliedskassen des Verbands der Ersatzkassen e. V. (vdek) waren Experten aus der Sozial- und Gesundheitswirtschaft, der Gesundheitspolitik sowie der Pflegewissenschaften anwesend. Noch vor der offiziellen Begrüßung durch die Vorstandsvorsitzende des vdek, Ulrike Elsner, nutzten die Ideengebenden die Gelegenheit für den Austausch an den 20 ausgestellten Postern der finalen Ideen.

Teilnehmende der Prämierungsveranstaltung, © vdek/André Wagenzik

Alle Projektideen in der Übersicht mit zugehörigen Projektpostern finden Sie hier unter "Ideen".

In ihrem Grußwort nahm die Vorstandsvorsitzende des vdek, Ulrike Elsner, Bezug auf den sportlichen Titel des Wettbewerbs: „ein Heimvorteil besteht, wenn bessere Erfolge aufgrund von Fans und Umgebung erzielt werden.“ So ergebe sich für Bewohnende von Einrichtungen ein Heimvorteil aus der gezielten Förderung der Gesundheitspotenziale durch Pflegende und Heimleitungen. Die Vorstandsvorsitzende bedankte sich bei den Ideengebenden für den großen Einsatz bei der Entwicklung der Ideenkonzepte.

Frau Elsner, © vdek/André Wagenzik

In einem zweiten Begrüßungswort stellte der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, die Bedeutung des Wettbewerbs für den Pflegesektor in Deutschland heraus und wies darauf hin, dass die Ideengebenden wichtige Handlungshilfen für künftige Praxisansätze liefern. Im Pflegesektor sei es bedeutend, dass alle Beteiligten auf Augenhöhe zusammenarbeiten und somit weniger über Zuständigkeiten diskutiert wird. In diesem Zusammenhang würdigte Herr Westerfellhaus den auf Zusammenarbeit ausgerichteten Wettbewerb „Heimvorteil“ als wichtig für den gesamten Pflegebereich.

Herr Westerfellhaus, © vdek/André Wagenzik

Mit ihrem Vortrag gab die Professorin für Pflegewissenschaften der Universität Heidelberg, Martina Hasseler, einen wissenschaftlichen Einblick in präventive Maßnahmen im Bereich der Pflege. Die Pflegeexpertin riet dazu, strukturelle und personelle Voraussetzungen bei der Umsetzung von Gesundheitsförderung und Prävention in der Langzeitpflege kontinuierlich fortzuentwickeln. Sie fokussierte in ihrem Fachvortrag auch das soziale Umfeld der pflegebedürftigen Menschen. „Wenn Angehörige sich einmischen, wird auch die Qualität der Pflege besser“. An die Pflegeeinrichtungen gewandt, rief Frau Prof. Dr. Hasseler zu gemeinsamen Anstrengungen auf. Erst wenn Einrichtungsleitungen sich für gute Projekte einsetzen, können notwendige Strukturen zur nachhaltigen Gesundheitsförderung und Prävention geschaffen werden.

Den Fachvortrag zum Download erhalten Sie hier.

Frau Prof. Dr. Hasseler, © vdek/André Wagenzik

Udo Castedello, Geschäftsführer der BBI (Gesellschaft für Beratung Bildung Innovation mbH), stellte das Bewertungsverfahren vor. Herr Castedello erläuterte, dass alle Zielgruppen des Wettbewerbs Ideen einreichten: Pflegende, Geschäftsführungen, Bewohnende sowie ihre Angehörigen. BBI ermittelte mit wissenschaftlicher Unterstützung die 20 vielversprechendsten Ideen im Zuge von zwei Bewertungsverfahren.

Den Fachvortrag zum Download erhalten Sie hier.

Informationen zum Bewertungsverfahren zum Download erhalten Sie hier.

Herr Udo Castedello, © vdek/André Wagenzik

Höhepunkt der Veranstaltung war die Prämierungszeremonie. Aufgrund des großen Einsatzes und der Menge an guten Ideen wurden alle 20 Finalistinnen und Finalisten mit Entwicklungspartnerschaften zur Umsetzung der Ideen ausgezeichnet. Drei Ideengebende können aufgrund besonderer Praxisrelevanz zusätzlich Beratungsleistungen in Höhe von bis zu 30.000 Euro abrufen. Für die Zukunft ist die Zusammenstellung aller ausgereiften Ideenkonzepte zu Praxisleitfäden geplant, die vielen weiteren stationären Pflegeeinrichtungen zugutekommen sollen.

Blickwinkel aus dem Publikum der Prämierungsveranstaltung, © vdek/André Wagenzik

Alle Informationen zu den Projektideen und Finalistinnen und Finalisten erhalten Sie hier

Mit der Prämierung endete die Wettbewerbsphase des Ideenwettbewerbs Heimvorteil. Gleichzeitig war die Prämierung Auftakt für eine neue Etappe – die praxisorientierte Umsetzung und Weiterverbreitung der Ideen in stationären Pflegeeinrichtungen in ganz Deutschland.

Ideen

Orte

© vdek

SCHÖN, DASS SIE DABEI WAREN! 

Unter allen Einsendungen wurden die 20 vielversprechendsten Ideen ausgewählt. Über ganz Deutschland verteilt wurden Ideen zur Gesundheitsförderung und Prävention in stationären Pflegeeinrichtungen entwickelt.

Hier finden Sie eine Postersammlung aller Projektvorhaben. 

DIE DREI ERSTPLATZIERTEN SIEGER 

Die Sieger erhielten vom vdek eine finanzielle Förderung von jeweils bis zu 30.000 Euro. Mit dem Geld können Beratungsleistungen abgerufen werden, die dazu beitragen, die Projekte in den Pflegeeinrichtungen zu verstetigen.

„Professioneller Umgang mit Gewaltsituationen in der Pflege“

Die Vorstandsvorsitzende des vdek, Ulrike Elsner, ehrte das Projekt „Professioneller Umgang mit Gewaltsituationen in der Pflege“, der Städtischen Seniorenheime Dortmund. Das Projekt richtet sich an Pflegende der stationären Langzeitpflege. In Seminaren werden die Fachkräfte im Umgang mit Gewaltsituationen und in der Vorbeugung und Verminderung von Gewalt in stationären Einrichtungen geschult. Das Konzept behandelt dabei ein Thema, das noch immer einen untergeordneten Stellenwert in Pflegeeinrichtungen hat und teilweise tabuisiert wird. Gerade aus diesem Grund, so die Vorstandsvorsitzende des vdek, Ulrike Elsner, verdiene das Projekt besondere Aufmerksamkeit und Unterstützung.

Die Posterpräsentation dieses Projektes können Sie hier downloaden.

Frau Balkenohl & Frau Luig (Dortmund, Städtische Seniorenheime Dortmund gGmbH) mit Frau Elsner, © vdek/André Wagenzik

„Landleben“

Birgit Naase, Abteilungsleiterin für Pflege und Prävention im Bundesgesundheitsministerium, würdigte in ihrer Laudatio das Konzept „Landleben“ der Seniorenresidenz im brandenburgischen Calau. Mitarbeitende der Residenz entwickelten das Konzept für Pflegeeinrichtungen im ländlichen Raum. Neben der Pflege eines Bewohnergartens engagieren sich die Heimbewohnenden im Projekt auch in verschiedenen Arbeitsgruppen, etwa der Handwerks-, oder Kochgruppe. Frau Naase hob in ihrer Ansprache insbesondere den präventiven, psychosozialen Aspekt der Idee hervor.

Die Posterpräsentation dieses Projektes können Sie hier downloaden. 

Frau Buchan (Calau, M.E.D Gesellschaft für Altenpflege GmbH) mit Frau Naase, © vdek/André Wagenzik

Die „Mobile Koch- und Backstation“

Die „Mobile Koch- und Backstation“ des AWO Sozialzentrums „Jung &Alt“ in Würzburg erhielt als dritte Idee eine besondere Unterstützung durch den vdek. Professorin Martina Hasseler betonte den Mehrwert des Projektes, das die Bewohnenden in vielerlei Hinsicht berücksichtigt. Die Station leistet nicht nur einen Beitrag zur Förderung der Feinmotorik Pflegebedürftiger, sondern auch zur sozialen Teilhabe. Außerdem fördert die Idee selbstbestimmtes Arbeiten und den kommunikativen Austausch. Insbesondere, die Tatsache, dass regelmäßig mit Kindergruppen im Sozialzentrum gekocht wird, sei ein Beleg dafür, dass die Zielgruppe eines Projektes nicht begrenzt sein muss. 

Die Posterpräsentation dieses Projektes können Sie hier downloaden. 

 

Frau Bruder, Herr Bruckner & Herr Zatloukal (Würzburg, AWO Sozialzentrum „Jung &Alt“) mit Frau Prof. Dr. Hasseler, © vdek/André Wagenzik

Bewertungsverfahren

Das Verfahren wurde in Kooperation mit der BBI Gesellschaft für Beratung Bildung Innovation mbH und der Medizinischen Hochschule Hannover durchgeführt.

I

Das erste Bewertungsverfahren der Ideen war dreistufig gegliedert. Auf eine formale Prüfung der Projektideen folgte eine Plausibilitätsprüfung sowie im dritten Schritt die qualitative Bewertung. Im anschließenden Auswahlverfahren wurden die verbliebenen Ideen nach drei Kriterien gegliedert: den fünf Handlungsfeldern des Leitfadens Prävention in stationären Pflegeeinrichtungen, dem Rangplatz (gewertet nach Leitfadenkonformität) und der paritätischen Berücksichtigung der Typen von Ideengebern, z. B. Bewohnende oder Pflegedienstleitungen. So konnten im ersten Verfahren 20 Ideen in die engere Auswahl aufgenommen werden. Die 20 Ideengebenden entwickelten anschließend in zwei Ko-Kreation-Workshops ihre Ideen zu Konzeptentwürfen weiter.

II

Im zweiten Bewertungsverfahren wurden die Ideen nach zwölf übergeordneten Kriterien und 51 prüf- und bewertbaren Mindestanforderungen bewertet. Eine Expertenjury* wählte schließlich drei erstplatzierte Sieger nach besonderer Praxisrelevanz aus den 20 verbliebenen Ideen aus. Alle 20 Finalisten wurden nach Berlin zu einer feierlichen Prämierungsveranstaltung eingeladen und mit einer Entwicklungspartnerschaft zur Umsetzung ihrer Ideen ausgezeichnet.

*Mitglieder der Expertenjury:

  • Ute Bertram, Präsidentin der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e. V. 
  • Ulrike Elsner, Hauptamtliche Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek) 
  • Prof. Dr. Martina Hasseler, Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung 
  • Ministerialdirektorin Birgit Naase, Leiterin der Abteilung Pflegesicherung, Prävention im Bundesministerium für Gesundheit 
  • Staatssekretär Andreas Westerfellhaus, Bevollmächtigter der Bundesregierung für Pflege